Hawkes & Son Cavalry Tubas in Es und B

Hawkes & Son Cavalry Tubas – Entwicklung und Zweck

Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten britische Instrumentenbauer spezielle Tuben für berittene Militärkapellen der Kavallerie. Einer der wichtigsten Hersteller war die Londoner Firma Hawkes & Son, die Instrumente für zahlreiche Militärbands des britischen Empires produzierte.

Die sogenannten Cavalry Tubas entstanden aus der praktischen Notwendigkeit, auch bei militärischen Paraden und Märschen zu Pferd eine vollständige Bläserbesetzung zu ermöglichen. Große Konzerttuben waren dafür zu sperrig und zu schwer. Deshalb wurden kompaktere Instrumente entwickelt, die sich vor dem Körper halten und auch im Sattel spielen ließen.

Konstruktiv stehen diese Instrumente zwischen Bombardon, kleiner Konzerttuba und Helikon. Sie besitzen meist Périnet-Ventile (Top- oder Front-Action), eine relativ kompakte Bauform und eine Mensur, die dennoch einen tragfähigen Bassklang ermöglicht. Häufig wurden sie in E♭ und B♭ gebaut, sodass sie sowohl als Bass- als auch als Kontrabassinstrument innerhalb der Militärkapelle eingesetzt werden konnten.

Ein bekanntes Modell war der sogenannte „Emperor Bass“, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs von Hawkes gebaut wurde. Diese Instrumente tragen oft Gravuren wie “Excelsior Sonorous – Class A” und waren Teil der hochwertigen Militärinstrumentenlinie des Hauses.

Mit dem Rückgang der berittenen Kavallerie im 20. Jahrhundert verschwanden auch diese speziellen Instrumente allmählich aus dem praktischen Einsatz. Heute sind Hawkes Cavalry Tubas seltene Zeugnisse der Militärmusikgeschichte und zeigen eindrucksvoll, wie Instrumentenbauer ihre Konstruktionen an die besonderen Anforderungen der damaligen Militärformationen angepasst haben.

Cavalry Tuba in Es - Front

Cavalry Tuba in Es - Rückseite

Cavalry Tuba in B - Front

Cavalry Tuba in B - Rückseite