V. F. Červený Kaisertuba in B

V. F. Červený und die Entwicklung der Kaisertuba

Der böhmische Instrumentenbauer Václav František Červený (1819–1896) zählt zu den wichtigsten Innovatoren im Blechblasinstrumentenbau des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Firma V. F. Červený in Hradec Králové entwickelte er zahlreiche neue Instrumententypen und verbesserte Ventilsysteme für das schnell wachsende Militär- und Blasorchesterwesen.

Aufbauend auf der noch jungen Tuba, die 1835 von Wilhelm Wieprecht und Johann Gottfried Moritz patentiert worden war, begann Červený ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, größere und leistungsfähigere Tubamodelle zu entwickeln. Sein Ziel war es, Instrumente zu bauen, die in großen Militärkapellen und Blasorchestern einen besonders tragfähigen und fundamentalen Bass liefern konnten.

Aus diesen Entwicklungen entstand die Kaisertuba (oft auch Kaiserbass genannt). Sie zeichnet sich durch eine besonders weite Mensur, große Schallstücke und eine kraftvolle Klangentfaltung aus. Červený verband diese Bauweise mit dem in Böhmen verbreiteten Drehventilsystem und schuf damit Instrumente, die sowohl klanglich mächtig als auch technisch gut spielbar waren.

Die Kaisertuba verbreitete sich schnell in Militärkapellen in Mitteleuropa und beeinflusste nachhaltig den Bau großer Tuben im deutschen und böhmischen Raum. Viele später bekannte Modelle – etwa große Orchester- oder Blasorchestertuben – stehen konstruktiv und klanglich in der Tradition dieser Entwicklungen aus der Werkstatt von Červený.